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Informationen zur Kartoffel:

Die Kartoffel ist für uns Europäer ein Einwanderungsgemüse. Sie ist ein Geschenk der indianischen Hochkulturen an die Menschheit und stellte schon Jahrtausende vor der Einführung in Europa eines der wichtigsten Nahrungsmittel dieser Hochkulturen dar.

Wer die Kartoffel als Erster nach Europa brachte, ist bis heute umstritten. Sie wurde in den Ländern Europas unterschiedlich schnell akzeptiert, in Irland z. B. wurde sie schon 1588 angebaut.

In Deutschland brauchte es königlicher Hilfe, damit sich die Kartoffel durchsetzte. Friedrich der Große erteilte 1756 den so genannten „Kartoffelbefehl“. Er erkannte früh den Wert des neuen Nahrungsmittels und zwang die Bauern zum Anbau von Kartoffeln. Mit der Zeit hatte auch der letzte Bauer die Vorteile der lange verschmähten Kartoffel entdeckt und sie wurde in zunehmendem Maße angebaut. Den absoluten Boom erlebte die Knolle im 19. Jahrhundert mit Einsetzen der industriellen Revolution, die den Anbau nach der Entwicklung moderner Landmaschinen wesentlich erleichterte.

Die Kartoffel gehört zur Familie der Nachtschattengewächse, denen z. B. auch Tomaten, Paprika und Auberginen angehören. Die eigentlichen Früchte der Kartoffelpflanze tragen nach der Blüte die zahlreichen Samen, die lediglich in der Züchtung verwendet werden. Die vegetative Vermehrung im Feldanbau erfolgt über Knollen.

Die Kartoffel ist durch den Kohlehydratgehalt von ca. 18% für den Körper in erster Linie ein Energielieferant. Sie hat jedoch auch z. B. einen Gehalt an Vitamin C , der dem des Apfels oder dem von Brombeeren entspricht. Neben dem Vitamin C besitzen Kartoffeln noch weiter Vitamine und Mineralstoffe, welche wichtig sind für den menschlichen Stoffwechsel.

Ein unerwünschter Inhaltsstoff ist das Solanin. In hohen Konzentrationen, wie in Stängeln, Blättern und Früchten, ist es giftig. Wesentlicher Faktor für die Bildung von Solanin ist Lichteinwirkung, was zum ergrünen der Knollen führt. Ergrünte Knollen sollten nicht mehr gegessen werden oder ergrünte Stellen zumindest ausgeschnitten werden.

Der schlimmste Schädling der Kartoffel ist der Kartoffelkäfer. Er stammt ursprünglich aus Nordamerika und wanderte 1936 über Frankreich nach Deutschland ein. Die Käfer und auch die Larven fressen an den Blättern der Pflanze. Lässt man sie ungehindert fressen, steht bald nur noch das Skelett des Krautes da. Dadurch kann keine Photosynthese mehr stattfinden und es werden keine Knollen angelegt. Daher sollten die Käfer und Larven abgesammelt werden.

Auf der Schale der Kartoffel sind kleine Vertiefungen ersichtlich. Diese Vertiefungen nennt man „Auge“. Aus den Augen wachen die neuen Triebe. Dies kann man gut bei schon keimenden Kartoffeln im Keller beobachten. Beim Auspflanzen der Mutterknollen entspringen an der Basis der auskeimenden Sprosse unterirdische Ausläufer, die sich an ihrem Ende zu Knollen verdicken und sich zu den Tochterknollen entwickeln, die wir schließlich ernten.

Die Kartoffel ist in ihrer Form und Farbe sehr vielfältig. Die Schale kann von gelb über rot und blau bis zu schwarz variieren. Auch das Fleisch kann von hellgelb über dunkelrot bis zu blau-violett aussehen. Gemeinsam ist die Einteilung in Kochtypen. Es wird unterschieden nach fest kochend, vorwiegend fest kochend und mehlig kochend. Die Verwendung der einzelnen Sorten erfolgt nach den Kochtypen, wobei mehlig kochende Typen z. B. in der Herstellung von Kartoffelknödeln bevorzugt werden.

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