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Die schwarze Maulbeere stammt ursprünglich aus Asien, wird aber bereits seit dem Jahr 1500 in Europa kultiviert. In Südeuropa ist die schwarze Maulbeere gut eingebürgert, während sie in Mitteleuropa selten vorkommt, da sie wärmeliebend und etwas, vor allem im Jugendstadium, frostempfindlich ist. Die Bäume können somit ein hohes Alter erreichen.

Der Baum kann bis zu 12 m hoch werden, kann aber auch als Busch gezogen werden. An den Boden stellen die Bäume keine Ansprüche. Torf und Staunässe mögen Maulbeeren jedoch nicht. Der Wuchs ist mittelmäßig, der Zuwachs pro Jahr beträgt ca. 40 cm. Bei vielen Sorten sind die Blüten zweihäusig, es gibt somit männliche und weibliche Blüten, die nebeneinander auf demselben Zweit stehen. Ein weiterer Bestäuber wird nicht benötigt. Die Vermehrung der Maulbeere wird über Steckhölzer durchgeführt. Kennen Sie einen schönen Maulbeerbaum, dann schneiden Sie im Sommer nicht blühende Triebe von ca. 15 cm Länge. Im unteren Teil werden die Blätter entfernt und im oberen Teil werden die Blätter halbiert. Die Steckhölzer in ein Glas mit Wasser stellen, dort ziehen sie relativ schnell Wurzeln. Danach in einen Topf mit Anzuchterde stecken und nicht austrocknen lassen. Die neuen Pflanzen sollten im Haus überwintern. Im nächsten Frühjahr können sie dann gepflanzt werden. Den Schnitt verzeihen die Maulbeeren auch sehr gut, da sie an einjährigen und mehrjährigen Zweigen fruchten.

Die verwandte weiße Maulbeere würde früher in Deutschland häufig angebaut, da die Blätter als Futter für den Seidenraupe notwendig war. Auch im Taunus war früher eine Seidenproduktion zu finden. In der Historie Deutschlands ist ab und an auf die schwarze Maulbeere Bezug genommen. In der Bennediktinerabtei Brauweiler steht der tausendjährige Maulbeerbaum. Dort wurde der Legende nach von der Tochter Kaiser Ottos II im Jahr 1024 unter den Blättern des Maulbeerbaums die Klostergründung beschlossen. Im Stadtwappen von Erker, südöstlich von Berlin ist ebenfalls der Maulbeerbaum zu finden.

Die Früchte der schwarzen Maulbeere sind essbar. Sie sehen in der Form und in der Farbe den Brombeeren sehr ähnlich. Eine Verwendung kann zu Marmelade, Saft oder Wein erfolgen. Auch frisch vom Baum schmecken die Früchte sehr gut. Getrocknete Maulbeeren erlangen in Deutschland immer größere Beliebtheit. Der Geschmack ähnelt Rosinen, die Beeren haben jedoch keinen Nachgeschmack. Die Maulbeeren verlieren beim Trocknen ihre Farbe und sehen sandfarben bis transparent aus, werden sehr fest und haben eine raue Außenhülle. Als Standort sollte man einen Platz wählen, in dessen Nähe keine Verkehrsflächen sind, da die fallenden, reifen Früchte sehr stark färben und auch stark zuckerhaltig sind.

Die Fruchtreife ist von ca. Anfang August bis Mitte September folgernd. Die Früchte reifen nicht alle zur gleichen Zeit, die Ernte erstreckt sich über mehrere Wochen.

Da wir in Dreieich Weinbauklima haben, könnte sich die Pflanzung eines schwarzen Maulbeerbaumes lohnen. Er ist dekorativ, relativ langsam wachsend, ausdauernd und nicht sehr anspruchsvoll, abgesehen von der jugendlichen Frostempfindlichkeit.

Bezugsquelle:
Baumschule Andreas Heinrich, Hessenring 31, 65474 Bischofsheim, Tel. 06144-6303