In einer Gemeinschaftssitzung der Obst- und Gartenbauvereine Dreieichs wurde die Birnensorte „Robert de Neufville“ zur Dreieicher Streuobstsorte des Jahres 2010 gewählt.

Hintergrund der Aktion, die zukünftig jährlich wiederholt werden soll, ist der teilweise katastrophale Zustand der Streuobstwiesen in Dreieich.

Gerade Birnbäume, die oft landschaftsprägende Bäume darstellen, sind häufig kurz vor dem Absterben oder sogar schon abgestorben, da sie ihr maximales Alter von fast 100 Jahren erreicht haben. In den letzten Jahrzehnten haben kaum Neuanpflanzungen stattgefunden. Schuld daran waren auch die Rodungsprämien, die in den 60er Jahren gezahlt wurden. Das Interesse an dieser Obstart ist dadurch verloren gegangen. Für die Birnen in unserer Landschaft bedeutet das sozusagen das Aus.

Auch viele Krankheiten, wie z. B. der Birnengitterrost oder Feuerbrand, machen den Bäumen das Leben schwer. Alte und schwache Bäume fallen daher schnell diesen Krankheiten zum Opfer.

Da die Obst- und Gartenbauvereine in Dreieich es bedauern würden, wenn diese landschaftsprägenden Bäume aus dem Landschaftsbild verschwinden, haben sie sich entschlossen, die Wahl der ersten Dreieicher Streuobstsorte des Jahres auf eine Birne fallen zu lassen.

Zur Streuobstsorte des Jahres sollen zukünftig lokale Obstsorten gewählt werden, die auch vom Aussterben bedroht sind. Ziel der Aktion ist, dass die Dreieicher Streuobstwiesen auch für zukünftige Generationen erhalten bleiben. Dazu sind Nachpflanzungen notwendig.

Große Freude bei den Obst- und Gartenbauvereinen hat die spontane Entscheidung der Stadtverwaltung Dreieich ausgelöst, sich für die Pflanzung von 3 Bäumen dieser Sorte zu entscheiden.

Die Birne „Robert de Neufville“ ist eine Züchtung der Forschungsanstalt Geisenheim, die heute die vielen neuen Pflaumensorten und Säulenapfelsorten hervorgebracht hat. Die Sorte wurde 1915 der Öffentlichkeit übergeben. Der zu diesem Zeitpunkt, dem ersten Weltkrieg, unglücklich gewählte französische Name verhinderte eine weitere Verbreitung der vorzüglichen Speisebirne.

Die Sorte wird im September reif. Die Bäume haben einen nicht ganz so starken Wuchs, sind also auch als Baum für einen Hausgarten geeignet. Als Streuobst sollten die Bäume als Halb- oder noch besser als Hochstamm gepflanzt werden.

Als Partner für die Anzucht der Bäume konnte die Baumschule Andreas Heinrich in Bischofsheim bei Rüsselsheim gewonnen werden.

Im November 2010 werden die Bäume bei der Firma Graf Heim- und Garten GmbH in Dreieichenhain ausgegeben. Der genaue Termin hängt vom Witterungsverlauf ab.

Als Kosten für einen Baum werden € 35,00 für einen Hochstamm veranschlagt.

Interessenten können die Bäume, die nur auf Bestellung produziert werden, beim Vorsitzenden des OGV Offenthal, Matthias Würz, telefonisch unter 06074-876970 oder per Fax unter 06074-876979 bestellen.

Bitte beteiligen Sie sich an der Pflanzaktion. Helfen Sie dabei, unsere Kulturlandschaft auch für zukünftige Generationen zu erhalten.

 

Redaktion: Matthias Würz, 02.12.2009

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