Am 05. Juli 2008 wurde uns die Möglichkeit geboten, den Obstbaubetrieb Königer in Egelsbach zu besichtigen.
Der Betrieb Königer ist der größte Heidelbeeranbauer in Süddeutschland und baut auf 35 Hektar Heidelbeeren an.
Herr Gerhard Königer übernahm die Führung durch den Betrieb. Der Betrieb setzt auf den Anbau der Sorten Blue Crop und Duke. Als Versuch wird noch auf einer kleineren Fläche die alte Sorte Hermann angebaut, die erst vor einem Jahr angepflanzt wurde.
Die Stäucher werden auf Dämmen mit Rindensubstrat angelegt und können mannshoch werden. Das Bild zeigt die Sorte Blue Crop.
Bild 1
{mosimage}
Die Ertragsleistung der Sträucher kann bis zu 10 Tonnen pro Hektar bei ausgewachsenen Pflanzen betragen. Die Pflückleistung eines Pflückers schwankt zwischen 5 kg und 15 kg pro Stunde.
Bild 2
{mospagebreak title=Vergleich der Sorten}
Als Vergleich der einzelnen Sorten dienen die folgenden Bilder:
Hermann
Bild 3
{mosimage}
Blue Crop
Bild 4
{mosimage}
Duke
Bild 5
{mosimage}
Bild 6
{mospagebreak title=Aufzucht von Jungpflanzen}
Die Pflanzen werden durch Tropfbewässerung bewässert. Beim Heidelbeeranbau ist das Wasser sehr wichtig, da die Heidelbeeren Moorbeetpflanzen sind.
Auch die Aufzucht von jungen Pflanzen wird im eigenen Betrieb vorgenommen.
Bild 7
{mosimage}
Bild 8
{mosimage}
Die in vollem Behang stehenden Pflanzen laden zum naschen ein.
Bild 9
{mosimage}
Bild 10
{mospagebreak title=Vermarktung}
Die Beeren werden von den Pflückern direkt in die Verkaufsschalen gepflückt und kommen dann in die Endverarbeitung. Dort werden die Verpackungen gewogen und eventuell nachgefüllt und versandfertig für die Abnehmer gemacht.
Bild 11
{mosimage}
Bild 12
{mospagebreak title=Sortenbeschreibung und Pflege}
Herr Gerhard Königer empfiehlt auch für den Hausgarten den Anbau der Sorten Duke und Blue Crop.
Die Sorte Duke ist eine Frühsorte (Ende Juni – Anfang Juli), hat große aromatische Beeren und einen regelmäßig hohen Ertrag.
Duke
Bild 13
{mosimage}
Die Sorte Blue Crop reift in der mittleren Reifezeit (Mitte Juli – Mitte August), hat mittelgroße Beeren mit angenehmem Geschmack und einen regelmäßig hohen Ertrag. Die Frucht ist lange haltbar. Die Pflanze ist nicht so trockenheitsempfindlich wie andere Sorten.
Blue Crop
Bild 14
{mosimage}
Für den Anbau im Hausgarten sollte unbedingt darauf geachtet werden, den für die Pflanze erforderlichen Boden zu schaffen. Ein Anbau ist sonst von vorneherein zum Scheitern verurteilt.
Als Moorbeetpflanze verlangt die Heidelbeere saure Bodenverhältnisse. Es wird vor der Pflanzung am Besten ein Bodenaustausch vorgenommen.
Bewährt hat sich ein Gemisch aus Rindenmulch, Sägespähnen, Eichenlaub und Rhododentronerde. Der Pflanzabstand sollte 1 bis 1,5 m betragen. Da die Wurzeln kaum tiefer als 40 cm reichen, sollte eine Grube von 80 x 80 cm und 40 cm Tiefe ausgehoben werden und die Erde ausgetauscht werden. Nach der Pflanzung mit Rindenmulch abdecken. Die Pflanzen vertragen keine Staunässe und keine Trockenheit. Vollsonnige Standorte fördern die Blütenbildung, das Ausreifen und den Geschmack. Die Pflanze darf keinesfalls mit kalkhaltigen Düngern gedüngt werden. Am besten wird auch nur mit Regenwasser gegossen.
Chemischer Pflanzenschutz ist nicht notwendig, da die Pflanzen kaum von Krankheiten befallen werden. Notwendig ist oftmals ein Einnetzen gegen die Vögel, da die Früchte gerne von Amseln, Drosseln und Staren genommen werden.
Der OGV Offenthal bedankt sich bei dem Obstbaubetrieb Königer für den interessanten Einblick in die Heidelbeerkultur.