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Waldwanderung 2010

Der OGV-Offenthal führte am 08. Mai 2010 eine Waldwanderung unter der Leitung von Herrn Schäfer, dem Leiter des Forstamtes Langen durch. Treffpunkt war die neue Wetterstation auf dem Albanusberg zwischen Langen und Offenthal.

Die Idee zu einer Waldwanderung wurde dadurch geboren, dass das Forstamt Langen eine Waldwanderung für Kinder in Offenthal durchgeführt hat, die bei den Kindern sehr gut ankam.

Dann dachten wir uns, dies wäre auch mal was für die Erwachsenen, da die wenigsten Leute die Bäume im Wald, bis auf die gängigen Eichen, Buchen, Birken, Lärchen und Kiefern auseinanderhalten können.

Herr Schäfer führte unsere Gruppe auf einem zweistündigen Rundweg durch den Wald und unterhielt uns dabei nicht nur mit der Beschreibung der einzelnen Baumarten und wozu das Holz verwendet wird. Er hatte auch zu fast jeder Baumart eine Sage oder einen Mythos aus dem Mittelalter parat. So verging die Zeit fast wie im Flug und alle Teilnehmer waren sehr begeistert.

Um unserem Ziel der Erkennung der einzelnen Baumarten näher zu kommen haben wir auch einige Bilder gemacht und die wichtigsten Daten zu den einzelnen Baumarten mitgeschrieben, die nachfolgend dargestellt sind.

Bild: Jürgen Vogl
Bild: Jürgen Vogl
Bild: Sabine Zimmet-Würz


Bergahorn

Der Bergahorn benötigt einen guten Boden und kann weder einen höheren Wasserstand noch lange Trockenheit vertragen. Der Stamm des Baumes sieht fast genauso aus wie der Stamm einer Buche. Ohne die Blätter würde man den Unterschied fast nicht erkennen. Der Baum kann über 30 m hoch werden und ein Alter von 300 bis 500 Jahren erreichen. Wie oben zu erkennen sind die bis zu 20 cm langen Blätter fünflappig, wobei nur die mittleren drei voll ausgebildet sind. Bekannt ist der Bergahorn für seine Flügelnüsse, die bis einige hundert Meter weit fliegen können.

Das Holz des Bergahorns wird für die Herstellung von Biertischen, als Möbelholz und für den Geigenbau verwendet. Eine Besonderheit ist bei der Nutzung als Hackbrett gegeben. Das Holz ist antibakteriell und hygienischer als Edelstahl.

Im Mittelalter wurde der Saft des Baumes zur Herstellung von Zucker verwendet. Die Blüte wird gerne von den Bienen als Trachtpflanze genutzt.

Bild: Jürgen Vogl
Bild: Benjamin Jost

 


Vogelkirsche

Die Vogelkirsche gehört zur Familie der Rosengewächse und hat Ihren Namen daher bekommen, dass die Vögel gerne die Früchte fressen. Die Vogelkirsche ist die Urform unserer Süßkirschbäume.

Die Vogelkirsche war ein beliebter Waldbaum, der für die Herstellung von Furnierholz und Möbelholz gerne genutzt wurde. Sein Bestand ist jedoch stark zurückgegangen und wird nun wieder häufiger im Forst angepflanzt. Er hat jedoch für die Forstwirtschaft den Nachteil, dass die Nachfrage nach dem Holz sehr großen Schwankungen unterliegt.

Die Vogelkirsche ist ein ca 15 – 20 m selten bis 30 m hoher Baum und fast über ganz Europa verbreitet. Sie liebt jedoch wärmere Standorte bis zum ungefähr 54° nördlicher Breite. In unserer Gemarkung sieht man die Vogelkirsche auch nicht sehr häufig. In unserer Umgebung stehen die Bäume als Halbschattengewächse, wie auf dem Foto, oft an Waldrändern.

Die Blätter stehen einzeln, sind länglich-oval, zugespitzt, ca. 6 bis 15 cm und 3 bis 7 cm breit. Der Rand ist unregelmäßig und grob gesägt. Die Blätter sind auf beiden Seiten grün, die Oberseite ist kahl, auf der Unterseite sind die Nerven in der Jugend behaart. Die Früchte sind mit weniger als einem cm klein und sind rot bis schwarz und haben öfters einen bitteren Geschmack.

Bild: Jürgen Vogl


Birke

Die Birke ist oft eine Pionierpflanze und kann bis zu 150 Jahren alt werden. Die Birke ist ein häufiger Baum und kommt in der ganzen nördlichen Hemisphäre vor. Die Birke gehört zu den am schnellsten wachsenden Gehölzen und kann innerhalb weniger Jahre eine Höhe von 10 m erreichen. Am auffälligsten an der Birke, somit ein gutes Erkennungsmerkmal ist die Rinde, die hell bis weiß sein kann. Im Herbst trägt die Birke längliche kleine, wurstartige Kätzchen mit den kleinen, geflügelten Samen, die vom Wind sehr weit getragen werden können. Die Birke stellt nur geringe Ansprüche an den Boden und das Klima. Sie kann auf trockenen Böden als auch in Mooren gedeihen.

Für viele Allergiker ist die Birke eine Pflanze, auf die sie reagieren. Fast die Hälfte aller Allergiker reagiert auf die Pollen der Birke. In der Heilkunde verwendet man die Blätter gegen Gicht und Rheuma.

Das Holz der Birke ist auf Grund seiner Verbrennungseigenschaften das beste Holz für den Kamin. Das Holz wurde in der Frühphase der Luftfahrt für den Flugzeugbau verwendet, da es sehr leicht, widerstandsfähig und biegsam ist. Im Mittelalter wurde die Rinde als Dichtmaterial gegen Nässe und als Schreibpapier verwendet. Die Kanus der Indianer wurden mit Birkenrinde hergestellt. Das Harz der Birke diente als Dichtanstrich für Boote. Aus den Ästen und Zweigen werden auch heute noch Reisigbesen hergestellt.

Bild: Jürgen Vogl
Bilder: Benjamin Jost
Bilder: Benjamin Jost


Rotbuche

Die Rotbuche ist für den Forst der optimale Waldbaum für Hessen. In der Umgangssprache wir die Rotbuche oft auch nur als „Buche“ bezeichnet. Der Namensbestandteil Rot bezieht sich auf die rötliche Färbung des Holzes.

Die Rotbuche ist ein anpassungsfähiges Gehölz und bis in höheren Lagen vorkommend in ganz Mittel-Europa. Sie gilt als Zeigerpflanze für ein atlantisches Klima. Während der letzten Eiszeit wurde die Rotbuche aus Mitteleuropa verdrängt. Sie überlebte im Mittelmeerraum und begann ihre Rückeroberung des europäischen Verbreitungsgebietes vor etwa 10.000 Jahren.

Die Laubblätter sind eiförmig, haben eine kurze Spitze und sind am Grund keilförmig oder abgerundet. Die jungen Blätter sind frischgrün und seidig behaart. Im Sommer sind die Blätter dann oben glänzend dunkelgrün, unten hell. Im Herbst verfärben sich die Blätter orangerot bis rotbraun. Vielfach bleiben die vertrockneten Blätter über den Winter an den Zweigen hängen. Die Rinde der Bäume ist glatt, gräulichgrün und meist von etwas Moos bedeckt.

Die Wuchshöhe der Bäume beträgt ca. 30 m, im dichten Laubwald auch bis zu 45 m. Sie kann bis zu 300 Jahren alt werden. Die Krone einer ausgewachsenen Buche kann bis zu 600 m2 Waldboden beschatten.

Das Holz der Rotbuche ist ein beliebtes Brennholz für Kamin und Heizung. In der Holzindustrie wird das Holz oft als Furnierholze, als Tischplatte oder für Parkett- und Treppenbau genutzt. Früher wurde die Holzasche der Buche für die Herstellung von Glas benutzt, was an manchen Orten den Bestand stark zurückgehen ließ.

Die Früchte der Rotbuche, die Bucheckern spielten in der Vergangenheit in der menschlichen Ernährung eine Rolle. Trotz der leichten Giftigkeit wurde im 19. Jahrhundert und in den Notzeiten nach dem Zweiten Weltkrieg aus den Nüssen Öl gepresst, das sowohl beim Kochen als auch als Lampenöl Verwendung fand.

Die Rotbuche ist Habitatbaum für viele Vögel und Insekten, sowie Fledermäuse.

Bild: Benjamin Jost
Bild: Jürgen Vogl
Bild: Jürgen Vogl


Stieleiche

Die Stieleiche, auch Deutsche Eiche genannt stellt neben der Buche den Hauptbestand der Bäume in der Koberstadt. Die Stieleiche ist die in Mitteleuropa am weitesten verbreitete Eichen-Art. Sie kommt in fast ganz Europa vor, in den Bayerischen Alpen bis 1.000 m.

Die bekannten Eichenblätter sind nur kurz gestielt und werden 10 bis 15 Zentimeter lang. Sie sind oberseits tiefgrün glänzend, auf der Unterseite heller und in fünf oder sechs Buchten gelappt. Oft bleiben die alten Blätter über den Winter, bis zum Neuaustrieb im Frühjahr an den Zweigen hängen. Die Stieleiche ist ein 20 bis 40 Meter hoher Baum und erreicht einen Stammdurchmesser bis drei Meter. Ihr Höchstalter liegt bei 500 bis 1000 Jahren, in Ausnahmefällen bis zu 1400 Jahren.

Das Holz der Stieleiche ist hart, zäh, sehr dauerhaft und gut zu bearbeiten. Das Holz wird in der Möbelindustrie, als Parkett, als Faßholz und als Bauholz genutzt. Die Stieleiche liefert ein hervorragendes Brennholz. In Notzeiten, wie nach dem 2. Weltkrieg wurden Eicheln, dir Früchte der Stieleiche, zur Herstellung von Kaffeeersatz genutzt. Früher war die Nutzung der Eicheln als Futter für die Schweine genauso wichtig wie die Holznutzung.

Eine weitere Nutzung war die Gewinnung von Gerbmitteln aus der Eichenrinde zum Gerben von Leder.

Bild: Jürgen Vogl
Bilder: Benjamin Jost
Bild: Benjamin Jost


Douglasie (Küstendouglasie)

Die Douglasie wird fälschlicherweise auch oft Douglastanne, Douglasfichte oder Douglaskiefer genannt. Vor der Eiszeit war sie in Mitteleuropa heimisch und ist dann während der Eiszeit ausgestorben. Sie überlebte in Nordamerika. Sie wird nun seit 150 Jahren wieder in Deutschland forstwirtschaftlich angebaut und ist als Ersatz für die Fichte gedacht. Sie ist die forstwirtschaftlich wichtigste nicht einheimische Baumart. Die Douglasie ist schnell wachsend und wird von wenigen Schädlingen befallen, in unseren Breiten kann sie ein Höchstalter von ca. 400 Jahren erreichen, in Nordamerika bis zu 1.400 Jahren. Im Kreis Offenbach soll die Douglasie die Fichte ersetzen mit einem Anteil von ca 8% der Gesamtwaldfläche. Die Douglasie mag feuchte, tiefgründige Böden.

Die Früchte der Douglasie, die Zapfen, hängen an den Zweigen. Die Rinde der Bäume ist grau und rissig, das Harz riecht stark nach Zitrone. Zerreibt man einige Nadeln, so entwickelt sich ebenfalls ein starker Zitrusgeruch.

Die Douglasie ist ein immergrüner Baum mit einem sehr geraden Wuchs und kann bis zu 60 m hoch werden. Die Nadeln sind 2 bis 4 cm lang und grün bis blaugrün und haben auf der Unterseite zwei silbrige Streifen, meist sind sie nicht spitz, sondern abgerundet und wenig hart.

Die Douglasie wird häufig als Bauholz für tragende Konstruktionen verwendet, da das Holz sehr haltbar ist. Es wird als das beste Holz für die Erstellung von Dachstühlen angesehen.

Auch in der Möbelindustrie wird die Douglasie gerne für die Herstellung von Furnieren und Vollholzmöbeln, sowie als Parkett verwendet.

Foto: Benjamin Jost


Lärche

Die Lärche ist ein sommergrüner Baum, der seine Nadeln im Winter verliert. Die Lärche ist ein alpiner Baum, dessen Holz härter und widerstandsfähiger ist als das der Kiefer. Die Lärche wird in absehbarer Zeit aus der forstwirtschaftlichen Nutzung im Kreis Offenbach verschwinden, da auf Grund des Klimawandels neue, wärmeliebende Schädlinge den Bestand vernichten. Die Lärche verträgt sehr tiefe Temperaturen und ist daher auch im hochalpinen Klima und in Sibirien heimisch.

Der Baum ist schnell wachsend und hat einen geraden Wuchs, er kann bis zu 40 m hoch werden.

Die Rinde der Lärche ist rötlich braun bis braun und stark geschuppt mit rotbrauen Furchen.

Eine Besonderheit der Lärche ist, dass sie die kleinen Zapfen nach dem Ausfall der Samen nicht verliert. Diese bleiben noch einige Jahre am Holz hängen. Die Lärche bildet weibliche und männliche Zapfen. Die weiblichen haben bei der Blüte eine schöne rötliche bis purpurne Farbe.

Das Lärchenholz ist neben der seltenen Eibe das härteste Nadelnutzholz im Europäischen Anbau.

Das Holz wird für Dachkonstuktionen und auch für Bodenbeläge im Außenbereich, wie auf Terrassen und Balkonen genutzt. Ebenso wird es für Türen, Parkett, Möbel und Fenster sowie für den Bootsbau verwendet.

Als Brennholz spielt die Lärche eine untergeordnete Rolle, da der Brennwert des Holzes nicht sehr hoch ist.

Bild: Jürgen Vogl


Kiefer

Die Kiefern sind die wichtigste Baumart in der Forstwirtschaft. Im Kreis Offenbach nehmen sie ca. 60% der Waldfläche ein. Die Kiefer gilt als Pionierbaum. Sie ist robust, widerstandsfähig und schnellwüchsig. Sie wird in der forstwirtschaftlichen Nutzung nach ca. 80 Jahren geschlagen.

Die Kiefer ist ein immergrüner Baum und kann eine Höhe von 45 m erreichen und bis zu 600 Jahr alt werden.

Die Kiefer ist tolerant gegenüber vielen Böden und Klimaten. Mit ihrem Pfahlwurzelsystem kann sie auch zu tiefer liegenden Wasserschichten vordringen. Sie besetzt von Natur aus eher arme, trockene Böden sowie sandige und moorige Standorte, da hier das Durchsetzungsvermögen anderer Baumarten geschwächt ist

Zu erkennen ist die Kiefer an ihren langen Nadeln, die immer als Paar vorhanden sind. Die Farbe der Nadeln ist oft silbrig grün. Der Baum besitzt eine lange Stammzone. Die Äste haben eine nach oben gerichteten Wachstumswinkel.

Die Kiefer hat sowohl weibliche als auch männliche Blüten. Die weiblichen Blüten haben eine rosa bis rötliche Farbe. Nach der Befruchtung biegen sich die Zapfen zum Zweig hin, hängen also. Die Zapfen fallen nach dem Aussamen vom Baum.

Das Holz der Kiefer wird hauptsächlich als Bauholz wie z. B. für Bohlen oder als Gartenholz für Naturholzzäune verwendet. Auch für Möbel und Dielen wird das Holz verwendet.

Aus dem Harz der Kiefer wurde früher ein Dichtmittel (Pech) hergestellt. Kiefernrindenextrakte enthalten entzündungshemmende Stoffe, die z.B. gegen Arthritis eingesetzt werden könnten. Aus Kiefernnadelöl, das aus frischen Nadeln oder Zweigspitzen destillierte ätherische Ölwird vor allem als schleimlösendes Mittel bei Bronchitis verwendet.

Bild: Benjamin Jost
Bild: Jürgen Vogl


Esskastanie

Die Esskastanie ist die einzige europäische Kastanienart und ist in unserer Gegend nicht sehr häufig anzutreffen. Sie ist nicht mit der Rosskastanie, die einer anderen Familie angehört, verwandt. Die Esskastanie benötigt Weinbauklima, sie verträgt wenig Niederschlag aber auch keine zu große Trockenheit, starke Fröste werden ebenfalls schlecht vertragen. Sie ist ein sommergrüner Baum und bildet stärkereiche Nussfrüchte. In Süd- und Westeuropa wird sie wegen dieser essbaren Früchte und als Holzlieferant angebaut, die heute oft auf Weihnachtsmärkten als heiße Maronen verkauft werden. Die Kastanien werden auch heute noch oft als Gänsefüllung für Weihnachtsgänse genutzt.

Die Esskastanie wird bis zu 35 m hoch und wird in Mitteleuropa kaum älter als 200 Jahre. In Westeuropa können sie ein Alter von fast 1.000 Jahren erreichen. Die Rinde ist graubraun und reißt auf. Es bildet sich eine dicke Borke mit breiten Streifen, die meist spiralig um den drehwüchsigen Stamm laufen. Fast immer ist es eine linksdrehende Spirale

Die Blätter sind bis zu 20 cm lang und bis zu 6 cm breit. Der Blattrand ist gezähnt bis gekerbt, die Zähne enden in einer kleinen, nach vorne gerichteten Spitze. Die Blätter sind etwas ledrig, die Oberseite ist glänzend und fast dunkelgrün, die Unterseite ist heller.

Das Holz ist sehr hart und wird für die Herstellung von Weinfässern und Rebpfählen genutzt, da sie wie oben schon beschrieben häufig im Weinbauklima vorkommt. Auch von der Möbelindustrie wird das Holz genutzt.

Ein Tee aus den Blättern soll gut bei Husten sein und krampflösend wirken. Die Blätter werden auch zur Herstellung von After-Shave Lotion und zum Färben von Stoffen verwendet. Die Rinde wurde in der Vergangenheit oft zum Gerben von Leder verwendet.

Bild: Jürgen Vogl


Eibe

Die Eibe ist heute im Forst ein Baum der selten vorkommt, da er forstwirtschaftlich kaum noch genutzt wird. In Deutschland seht die Eibe auf der roten Liste der gefährdeten Pflanzen und war im Jahr 1994 der Baum des Jahres.

Die Eibe ist die schattenverträglichste Baumart in Europa. Der immergrüne Baum wächst sehr langsam und kann eine Höhe von bis zu 15 m erreichen und ein alter von über 1.000 Jahren erreichen. Bis auf den bei Reife durch lebhaft rot gefärbten Samenmantel, der becherartig den Samen umgibt, sind alle Pflanzenteile der Europäischen Eibe stark giftig. Bereits ein Auszug von 50 bis 100 Gramm Eibennadeln kann für den Menschen tödlich sein

Der früher in Deutschland häufig vorkommende Baum wurde im Mittelalter nahezu ausgerottet. Die Eibe wurde als Bogenholz für Langbögen verwendet. England war führend im Bau von Langbögen und importierte, nachdem die eigenen Vorkommen erschöpft waren, Eibenholz vom ganzen Kontinent. Allein zwischen 1521 und 1567 wurden aus Österreich und Bayern zwischen 600.000 und 1 Million zwei Meter lange Eibenstäbe für die Weiterverarbeitung zu Bögen ausgeführt. 1568 musste Herzog Albrecht dem kaiserlichen Rat in Nürnberg mitteilen, dass Bayern über keine schlagreifen Eiben mehr verfüge. Von diesem Raubbau haben sich die Bestände bis heute nicht mehr erholt.

Die heutige Nutzung der Eibe beschränkt sich auf die Anpflanzung als Parkbäume oder als Sichtschutzhecken. Die Eibe hat als einzige europäische Nadelbaumart die Fähigkeit aus dem Stamm heraus Neuausschläge zu bilden. Die Nadeln der Eibe sind weich und sichelförmig gebogen. Sie sind 2 bis 3,5 cm lang und 2 bis 2,5 mm breit. Die Nadeln bleiben bis zu 8 Jahren am Baum, bevor sie abgeworfen werden. Auf ihrer Oberseite sind die Nadeln glänzend dunkelgrün. An der Unterseite sind sie dagegen heller.

Das Holz der Eibe wird manchmal noch für Holzschnitzereien, Furnierarbeiten und den Instrumentenbau verwendet.

Eine besondere Bedeutung kommt der Eibe heute bei der Krebstherapie zu. 1964 wurde entdeckt, dass die Eiben potentiell krebshemmende Stoffe enthalten, die seit den 1990er Jahren in der Krebstherapie zum Einsatz kommen.
Weitere Bilder von schönen Pflanzen, die wir einfach fotografieren mussten

Bild: Benjamin Jost


Besenginster

Bild: Jürgen Vogl
Bild: Benjamin Jost


Holunder

Bild: Jürgen Vogl
Bild: Benjamin Jost


Apfelblüte

Bild: Jürgen Vogl


 

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