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Kulturheidelbeere | Drucken |

Die Heimat der Kulturheidelbeere ist Nordamerika, wo sie wild in Mooren und Wäldern vorkommt. Die Kulturheidelbeere gehört zu den Heidekrautgewächsen. Wie unserer heimischen Waldheidelbeeren werden auch der Kulturheidelbeere Heilkräfte zugeschrieben. Rohe Beeren sollen bei Darmträgheit, getrocknete Früchte bei Durchfallerkrankungen helfen.

Im Gegensatz zur heimischen Waldheidelbeere kann die Kulturheidelbeere, je nach Sorte, bis zu 2 m groß und bis zu 70 Jahre alt werden. Ein weiterer Vorteil der Kulturheidelbeere ist, dass sie nicht färbt, man keine blaue Zunge bekommt. Auch die Fruchtgröße der Kulturheidelbeere, bis zur Größe von einem 1€ Stück, ist der heimischen Waldheidelbeere überlegen. Eine Erntemenge von 3 bis 6 kg pro Strauch ist absolut möglich.

Man vermutet, dass Kulturheidelbeeren, bis auf wenige Ausnahmen selbstfruchtbar sind. Größere Anpflanzungen im Erwerbsobstbau befinden sich meist im Heidegebiet in Norddeutschland. Den Betrieb des größten Heidelbeeranbauers in Süddeutschland, den Obstbaubetrieb Königer in Egelsbach werden wir im Juli besichtigen können.

Für eine Pflanzung ist es unbedingt erforderlich einen sauren Boden zu schaffen, sonst hat die Kultur keinen Sinn, die Pflanzen gehen ein. Bewährt hat sich ein Gemisch aus Rindenmulch, Sägespähnen, Eichenlaub und Rhododentronerde. Der Pflanzabstand sollte 1 bis 1,5 m betragen. Da die Wurzeln kaum tiefer als 40 cm reichen, sollte eine Grube von 80 x 80 cm und 40 cm Tiefe ausgehoben werden und die Erde ausgetauscht werden. Nach der Pflanzung mit Rindenmulch abdecken. Die Pflanzen vertragen keine Staunässe und keine Trockenheit. Vollsonnige Standorte fördern die Blütenbildung, das Ausreifen und den Geschmack. Die Pflanze darf keinesfalls mit kalkhaltigen Düngern gedüngt werden. Am besten wird auch nur mit Regenwasser gegossen.

Chemischer Pflanzenschutz ist nicht notwendig, da die Pflanzen kaum von Krankheiten befallen werden. Notwendig ist oftmals ein Einnetzen gegen die Vögel, da die Früchte gerne von Amseln, Drosseln und Staren genommen werden.

Bewährt haben sich die folgenden Sorten:
Duke: Frühe Reife (Ende Juni – Anfang Juli), große aromatische Beeren, regelmäßig hoher Ertrag. Besonders auch für Hausgärten geeignet.
Reka: Frühe Reife (Anfang Juli – Anfang August), mittelgroße aromatische mildsäuerliche Beeren, regelmäßig hoher Ertrag.
Bluecrop: Mittlere Reife (Mitte Juli – Mitte August), mittelgroße Beeren mit angenehmen Geschmack, regelmäßig hoher Ertrag, lange haltbar, nicht so trockenheitsempfindlich wie andere Sorten.
Elizabeth: Sehr späte Reife (Ende August – Mitte September), große aromatische Beeren, regelmäßig hoher Ertrag. Verlangt sonnigen Standort, sonst reifen die Beeren bei kühler Witterung nicht mehr aus.

Weiterführende Literatur:

Weiß/Gosch/Fischerauer: Beerenobst, Leopold Stocker Verlag
Gabriele Lehari, Beeren, Ulmer Verlag
Hanspeter Hemgesberg, Natürlich gesund mit der Heidelbeere, Midena Verlag