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Robert de Neufville | Drucken |

Die Sorte ist in Geisenheim 1896 aus einer Kreuzung von „August Jurie“ x „Clapps Liebling“ entstanden. Benannt wurde die Sorte nach dem Kommerzienrat Robert de Neufville aus Frankfurt am Main. Die Sorte wurde 1915 der Öffentlichkeit vorgestellt und dem Handel übergeben. Durch die Wahl eines Französischen Namens während des ersten Weltkrieges wurde der Sorte leider nicht die ihr durchaus zustehende Aufmerksamkeit zuteil. Auch ein weiterer Versuch, die Sorte weiter bekannt zu machen und zu verbreiten scheiterte 1937. Seitdem fristet die Sorte, bis auf einige weinige Standorte und Erhaltungsgärten, weiter ein recht unbekanntes Dasein.

Um diese alte Lokalsorte nicht aussterben zu lassen, wurde sie von den Obst- und Gartenbauvereinen Dreieichs zur Streuobstsorte des Jahres 2010 gewählt.

Frucht: Pflückreife ist Anfang bis Mitte August, die Genussreife Mitte bis Ende August. Die Früchte hängen windfest am Baum. Die Frucht ist mittelgroß und ca. 120-200g schwer. Die Schale ist glatt, trocken und dünn, sie stört beim Fruchtverzehr nicht. Die Grundfarbe ist gelblichgrün, reif grünlichgelb. Die Deckfarbe, wenn vorhanden, ist schwach orangebräunlich, verwaschen gestreift, wenig auffällig. Die Frucht hat zahlreiche Schalenpunkte und ist oft fleckig berostet, aber nicht rauh. Vom gesamten Aussehen her ist die Frucht ähnlich „Gellerts Butterbirne“. Das Fruchtfleisch ist weißgelblich, mittelfeinzellig, nicht körnig und ohne Steinzellen. Es ist mittelfest, schmelzend und sehr saftig. Der Geschmack ist süß mit einer leichten Muskatnote. Geeignet ist die Sorte zum Sofortverzehr als Tafelobst, als Kompott oder als Einmachfrucht. Die Frucht wird nach der Ernte schnell teigig und kann im Normalfall ca. 10 Tage gelagert werden.

Baum: Der Wuchs wird als schwach, allenfalls als mittelstark bezeichnet. Die Äste stehen schräg aufrecht, bis waagerecht. Der Baum bekommt durch die Fruchtlast oft einen hängenden Charakter. Die Kronenform ist breitrund, was für eine Birnensorte nicht unbedingt als typisch bezeichnet werden kann. Durch das schwache Wachstum ist die Sorte auch als Hausbaum oder als Spalier geeignet. Die Blüte ist nicht empfindlich gegen Frost und Witterungseinflüsse. Der Ertrag setzt sehr früh ein. Bei Sämlingsunterlagen auf Hochstämmen ca. ab dem 4. bis 5. Standjahr. Der Ertrag ist hoch und regelmäßig. Die Blätter sind nicht besonders anfällig gegen Schorf, das Holz ist ausreichend frostfest. An den Standort stellt die Sorte keine besonderen Ansprüche. Da die Sorte sehr ertragreich ist, sollte der Standort jedoch nicht zu trocken sein, um die hohe Ertragsleistung zu erhalten. Bei zu reichem Behang sollte ausgedünnt werden.

Als Unterlagen für Offenthal empfehlen wir die Sämlingsunterlage, auch für Hausbäume als Busch- oder Halbstammpflanzung.

Als Vermehrungsbetrieb konnte die Baumschule Andreas Heinrich, Hessenring 31, 65474 Bischofsheim gewonnen werden. Im Vermehrungsversuch 2009 konnten wir schon einige Bäume gewinnen, die sogleich wieder für die Gewinnung weiterer Edelreiser genutzt wurden. Eine erste Anpflanzung der Versuchsbäume in Offenthal ist schon erfolgt. Wir hoffen auf einen Erfolg der Vermehrungsaktion und um eine reichliche Bestellung von Bäumen.