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Dreieicher Streuobstsorte des Jahres 2010 Birne "Robert de Neufville" | Drucken |

Am 5. und 6. November 2010 können die im letzten Jahr bestellten Bäume bei der Firma Graf Heim- und Garten GmbH in Dreieichenhain, Industriestraße 10, abgeholt werden. Der Preis für einen Halbstamm beträgt € 30,00 und für einen Hochstamm € 35,00. Die Obst- und Gartenbauvereine Dreieichs bedanken sich herzlich bei der Firma Graf Heim- und Garten GmbH und den künftigen Baumbesitzern für ihre Unterstützung an dieser Pflanzaktion, die dazu beiträgt, unsere Kulturlandschaft auch für zukünftige Generationen zu erhalten. Sinnvoll wäre es, den geplanten Standort der Bäume (Flurstück, Flurnummer) bei der Abholung anzugeben, um den Anwuchserfolg in den nächsten Jahren überprüfen zu können.

In einer Gemeinschaftssitzung der Obst- und Gartenbauvereine Dreieichs wurde die Birnensorte „Robert de Neufville“ zur Dreieicher Streuobstsorte des Jahres 2010 gewählt. Hintergrund der Aktion, die zukünftig jährlich wiederholt werden soll, ist der teilweise katastrophale Zustand der Streuobstwiesen in Dreieich. Gerade Birnbäume sind häufig kurz vor dem Absterben oder sogar schon
abgestorben, da sie ihr maximales Alter von fast 100 Jahren erreicht haben. In den letzten Jahrzehnten haben kaum Neuanpflanzungen stattgefunden. Für die Birnen in unserer Landschaft bedeutet das sozusagen das Aus. Da die Obst- und Gartenbauvereine in Dreieich es bedauern würden, wenn diese landschaftsprägenden Bäume aus dem Landschaftsbild verschwinden, haben sie sich entschlossen, die Wahl der ersten Dreieicher Streuobstsorte des Jahres auf eine Birne fallen zu lassen.

Die Obst- und Gartenbauvereine in Dreieich bedanken sich auch bei der Baumschule Andreas Heinrich in Bischofsheim bei Rüsselsheim, die als Partner für die Anzucht der Bäume gewonnen werden konnte. Die Birne „Robert de Neufville“ ist eine Züchtung der Forschungsanstalt Geisenheim, die heute die vielen neuen Pflaumensorten und Säulenapfelsorten hervorgebracht hat. Die Sorte wurde 1915 der Öffentlichkeit übergeben. Der zu diesem Zeitpunkt, dem ersten Weltkrieg, unglücklich gewählte französische Name verhinderte eine weitere Verbreitung der vorzüglichen Speisebirne. Die Sorte wird im September reif. Die Bäume haben einen nicht ganz so starken
Wuchs, sind also auch als Baum für einen Hausgarten geeignet. Als Streuobst sollten die Bäume als Halb- oder noch besser als Hochstamm gepflanzt werden.

Redaktion: Ute Osiander